Radfahrer

Radfahrer versus Taxifahrer- ewige Feinde?

In der aktuellen Ausgabe seines Mitgliedermagazins Radwelt berichtet der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC): “Überraschend geöffnete Autotüren sind der Schrecken aller Radfahrer. Wenn Autofahrer oder Fahrgäste beim Aussteigen nicht auf den Radverkehr achten, sind Stürze fast unvermeidlich.” Jeder Fahrradfahrer wird diese Feststellung bestätigen und ist selbst schonmal einer Autotür ausgewichen oder sogar gegen eine Autotür gefahren. Auch Überholen mit viel zu wenig Abstand muss leider oft ertragen werden, gefordert sind laut StVO 1,5 bis 2 Meter!
Der Fahrer des Fahrzeugs ist Gerichtsurteilen zufolge nur bedingt für das Verhalten seiner Mitfahrer verantwortlich. Reißen Taxi-Fahrgäste ohne Rücksicht auf Radfahrer die Autotür auf, können Taxifahrer nicht haftbar gemacht werden und sind auch nicht verpflichtet, ihre Fahrgäste zu verkehrsgerechtem Verhalten anzuhalten. Aber sie haften mit, wenn sie ordnungswidrig teilweise auf dem Radweg halten und die Fahrgäste vor dem Aussteigen nicht vor Farradfahrern warnen. Einige Gerichte meinen hingegen, allein der unachtsame Fahrgast und seine Privathaftpflichtversicherung seien verantwortlich. Im Blog Rad-Spannerei wird auf das Ausland verwiesen: “Vielleicht wird die Gefahr von Dooring-Unfällen ein wenig geringer, wenn sich Berliner Droschkenkutscher ihre Kollegen aus Boston in den USA zum Vorbild nehmen. In deren Taxis weist ein kleiner Sticker darauf hin, vorbeifahrende Radfahrer zu beobachten, bevor die Taxitür aufgerissen wird.” Zu hoffen bleibt auch, dass die Berliner Radwege ausgebaut werden, dann ist erst gar kein Raum für Konflikte. Denn Unfälle zu verhindern ist wohl im Interesse aller.