Qualität

[…] Die Berliner Taxifahrer kämpfen mit einem fast legendär schlechten Image. Einer der Gründe: Noch immer lehnen viele Fahrer kurze und vermeintlich unrentable Touren ab, wie Bernd Döhrendahl, Vorsitzender der Innung des Berliner Taxigewerbes, bestätigt.

Alternde Bevölkerung bringt neue Herausforderungen

Er mahnt mit Blick auf die Zukunft einen Mentalitätswechsel in der Branche an. „Die Bevölkerung wird immer älter, also werden auch unsere Kunden immer älter“, sagt er. Künftig würden damit die kürzeren Touren – etwa zum Arzt, zum Einkaufen oder zu Behörden – immer häufiger nachgefragt. „Wer diese Fahrten ablehnt und stattdessen lieber auf die 30-Euro-Tour wartet, schadet sich und dem Ruf der Branche“, sagt Döhrendahl.” (Berliner Morgenpost 23.07.2010).

ADAC hat Taxi-Qualität in Deutschland getestet

In den letzten Jahren hat sich die Qualität der Taxibranche in Berlin verbessert: im ADAC Taxitest von 2011 in 22 europäischen Großstädten liegt Deutschland mit München, Köln und Berlin im oberen Drittel, Hamburg jedoch nur auf dem 11ten Platz. Während Routentreue und Fahrzeuge insgesamt gut bewertet wurden, schnitten Taxifahrer (40% der Wertung) maximal ausreichend, wenn nicht mangelhaft ab. “Ob die Taxifahrt gut oder schlecht ist, hängt vom Fahrer ab. Umwege von bis zu 213 Prozent, die sich auch im Preis niederschlugen, Geschwindigkeitsüberschreitungen von bis zu 42 Stundenkilometern (in der Stadt!), Rotlichtverstöße, aggressive Fahrweise, über Kurzfahrten verärgerte oder über den Verkehr fluchende Fahrer […]” drücken das Ergebnis. “Bei besonders schwerwiegenden Fehlleistungen wurden sogenannte K.O.-Kriterien angewandt, die bewirken konnten, dass die betreffende Kategorie im Ergebnis auf null Punkte heruntergestuft wurde. Dies betraf die Routentreue, wenn der Fahrer einen erheblichen, unbegründeten Umweg machte, und sich dadurch der Preis deutlich erhöhte, sowie den Fahrer, wenn der Preis stark von der jeweils gültigen Tarifordnung abwich oder eine Fahrt verweigert wurde.” (siehe www.adac.de) Der ADAC hat eine Liste von Forderungen aufgestellt, um nicht nur zu kritisieren, sondern auch konkrete Ansatzpunkte zur Qualitätsverbesserung zu liefern.