Deutschlands Taxi-Markt

Um ein Taxi zu fahren reicht es nicht, sich ein Taxischild ans Auto zu schrauben. Man muss den “Führerschein zur Fahrgastbeförderung” machen und von der Stadt oder Kommune eine Taxikonzession erhalten. Diese sind begehrt und die Wartelisten lang. Es kann Jahrzehnte dauern, bis ein Interessent eine Konzession erhält. Dies gilt nicht nur für Neubewerber, sondern auch etablierte Taxibetriebe können nicht ohne weiteres mit Taxifahrzeugen expandieren.

Konzessions-Pflicht seit 1873

Schon im “Polizei- Reglement betreffend den Betrieb des Droschken- Fuhrgewerbes” von 1873 steht: “Wer auf öffentlichen Straßen und Plätzen Droschken zu Jedermanns Gebrauch in Betrieb setzen will, bedarf einer auf seine Person lautenden Concession des Königlichen Polizei- Präsidii und für jeden einzelnen in Betrieb zu setzenden Wagen eines vom Comissar für das öffentliche Fuhrwesen ausgestellten Erlaubnisscheins, welcher die dem Wagen zuerteilte Nummer enthält und welcher bei jeder Revision der Droschke abgestempelt wird.“ (Quelle: Taxi Vorfahrt Heft 2 März 2012).

Keine Zulassungsbeschränkung der Konzessionen in Hamburg und Berlin

Nur in Hamburg und Berlin wurde auf politischer Ebene der Beobachtungszeitraum (Konzessionsstopp) abgeschafft, den es in großen Teilen der Republik gibt. Eine Taxikonzession erhält also jeder, der die Voraussetzungen erfüllt, was für brutalen wirtschaftlichen Druck auf der Strasse gesorgt hat. In diesen beiden Städten herrscht die höchste “Taxidichte” aller Bundesländer (zum Vergleich zwischen deutschen Großstädten siehe Frankfurter Taximarkt): Berlin hat 484 EW pro Taxi, Hamburg 524 EW pro Taxi. Im Vergleich dazu Thüringen mit den wenigsten Fahrzeugen: hier kommen 3.089 EW auf ein Taxi (Vergleiche BZP Geschäftsbericht 2010/2011). 2010 beliefen sich die Gesamteinnahmen im deutschen Taxi- und Mietwagenverkehr auf ca. 3,9 Milliarden Euro.